Es wurde mein System!
KDE + Wayland + NVIDIA? Ein Drama in drei Akten (und einer RTX 4070 Super)
Während meiner Testreihe kam nach nur drei Tagen der Moment, an dem ich beschloss, das Projekt „Ubuntu + KDE + Wayland + NVIDIA“ offiziell (für den Moment) zu beenden.
Kurzfassung: Die Kombination aus Kubuntu, Wayland und einer RTX 4070 Super war wie drei Bandmitglieder mit absolut unterschiedlichen Musikrichtungen – sie wollten einfach nicht zusammen spielen.
Also: NVIDIA raus. AMD rein. Und siehe da – plötzlich war das System so zahm wie ein gepflegter Bash-Prompt.
Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste:
Ich hätte mir das ganze Theater sparen können, wenn ich einfach gleich auf Ubuntu 25.04 gesetzt hätte. Denn all die nervigen Probleme, mit denen ich unter 24.04 LTS zu kämpfen hatte, waren auf die veralteten Versionen von Kernel und KDE Plasma zurückzuführen – Versionen, in denen eben noch viele dieser Kinderkrankheiten steckten.
Fedora? Hat das alles längst im Griff.
Fedora war – mal wieder – das brave Schulkind, das seine Hausaufgaben gemacht hat: Immer den neuesten Kernel. Immer die frischeste Plasma-Version. Immer ganz vorne mit dabei. Und genau deshalb lief dort alles – schon seit Monaten.
Lehre aus der Geschichte:
- Kubuntu 24.04 LTS + Wayland + NVIDIA RTX 4070 Super = Nope.
- Kubuntu 25.04 oder Fedora (aktuell) = Yeah – Läuft.
- Wenn ich KDE und Wayland wirklich mit NVIDIA nutzen will, bleibe ich einfach auf dem neuesten Stand.
- Oder ich bin pragmatisch und wechsle auf AMD. Der Weg des geringsten Widerstands™.
Installiert habe ich nun Kubuntu 25.04 mit HWE-Kernel.
Vorab: Meine Browser (Vivaldi, Firefox und Chrome), verhalten sich beim Erststart wie schlecht geschriebene Skripte – sie öffnen sich kurz, nur um sich dann sofort wieder beleidigt zu schließen. Wäre ja halb so wild, wenn sie das nicht jeden Tag aufs Neue täten. Die Lösung? Flatpak it is! Seitdem ich meine Browser als Flatpaks installiert habe, laufen sie stabil wie ein Linux-Server mit 800 Tagen Uptime. Offenbar gibt es bei der nativen Installation unter Wayland noch immer irgendwelche Zicken – wahrscheinlich fühlen sich die Browser da einfach zu nativ. Wie dem auch sei: Problem gelöst.
Numlock bei Systemstart:
- Systemeinstellungen
- Tastatur
- Zahlenblock beim Plasmasta-Start: Einschalten
- Anwenden
- Tastatur
Ext. SSD fest einbinden:
Tipp: Ich arbeite hier mit 2 Terminal-Fenstern.
lsblk
Meine Platte heißt einfach nur sdd, da ich diese nicht unterteilt habe. Ansonsten würde ich sdd1 verwenden.
sudo blkid /dev/sdd
Als Ausgabe erhalte ich:
/dev/sdd: UUID="fc0208gd-2wbd-44af-95cc-hb72f2bf803c" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4"
Mountpoint erstellen:
sudo mkdir -p /mnt/extssd1
sudo nano /etc/fstab
Am Ende hinzufügen:
UUID=fc0208gd-2wbd-44af-95cc-hb72f2bf803c /mnt/extssd1 ext4 defaults,nofail 0 0
STRG-x, y, Enter
sudo mount -a
systemctl daemon-reload
Steam installieren
Steam lade ich mir direkt von der offiziellen Website als .deb-Datei herunter und installiere es mit Discover.
Tipp: Falls Steam beim Beenden einfriert (hatte ich bisher einmalig), hilft folgender Befehl für einen Hard-Close:
killall -9 steam
Druckertreiber:
http://download.ebz.epson.net/dsc/search/01/search/searchModule
- Treiber mit Dicover installieren. Dann Drucker hinzufügen:
- +Add…
- AppSocket – > socket://192.168.50.5
- continue with Adress
- Epson, Epson XP-3100 Series
- Speichern
- Hinzufügen
Optional – Script-Install (Flatpaks):
Software-Setup per Skript – weil’s einfach effizienter ist. Mit einem selbstgeschriebenen Skript installiere ich im Handumdrehen die für mich wichtigsten Anwendungen: Discord, GIMP, Blender, Lutris, Kdenlive, OBS Studio, MusicPod, BlueRecorder, Flameshot, Bottles, ProtonPlus, Clapgrep, Filelight, Flatseal, Gearlever, PhotoLibre, Protontricks, Warehouse, Termius und WineZGUI. Das Skript prüft dabei automatisch, ob die Programme bereits auf andere Weise installiert sind – zum Beispiel nativ oder als Snap – und überspringt sie dann elegant, anstatt sie doppelt draufzupacken. Effizient, sauber – und ganz ohne Klickorgien – jedenfalls meistens. Der Check funktioniert leider nicht immer. Ich sollte das Script nochmal anpassen. Die wichtigsten Sachen für mich sind vorerst:
- Discord
- Bottles
- Gearleaver
- Termius
Das Script kann man hier einsehen:
https://github.com/knilix/testarea/blob/main/flatpak-installs.sh
Dieses Script ist geeignet für: Debian, Ubuntu, Arch, Fedora, Gentoo, FreeBSD, Alpine, CachyOS, Bazzite, Nitrux.
sudo apt install wget unzip -y
sudo su
Folgende Befehle verwenden:
wget -q -P /opt/ https://github.com/knilix/testarea/archive/refs/heads/main.zip && unzip /opt/main.zip -d /opt/scriptfiles && chmod 700 /opt/scriptfiles/testarea-main/flatpak-installs.sh
cd && cd /opt/scriptfiles/testarea-main && ./flatpak-installs.sh
exit
Falls etwas schief geht, diesen Befehl verwenden um die heruntergeladenen Scriptdateien vollständig zu entfernen. Das ist vor erneuter Benutzung wichtig. Dies wird normalerweise vom Script mit erledigt:
rm -r /opt/scriptfiles/testarea-main 2>/dev/null && rm /opt/main.zip 2>/dev/null
Wörterbuch für Rechtschreibprüfung installieren:
sudo apt-get install hunspell hunspell-tools -y
Jetzt nur noch Discord und ein paar Kleinigkeiten einrichten, die mir wichtig erscheinen – und dann bin ich so gut wie fertig. Der Rest ist Feinschliff… und endlich wieder einfach nur benutzen statt basteln.
Proton-GE hinzufügen:
Achtung! Steam muss installiert und mind. einmal gestartet worden sein!
flatpak install flathub net.davidotek.pupgui2
Start:
flatpak run net.davidotek.pupgui2
- Neues hinzufügen – fertig
Bisher lief alles wie geschmiert – fast schon verdächtig reibungslos.
Also dachte ich mir: Jetzt ist es so weit.
Der große Moment. Das erste Spiel unter der neuen Steam-Flatpak-Regentschaft. Und natürlich – was sonst – wird es Satisfactory. Das Spiel, an dem ich unter Siduction mit DX12 und Vulkan glorreich gescheitert bin. Man könnte sagen, mein Meilenstein war ein Stolperstein. Ich klicke also erwartungsvoll auf Starten, Vulkan-Shader-Cache wird fleißig generiert – kleine Datenpakete, große Hoffnung. Und dann… Trommelwirbel bitte…
Es. Läuft. DX12 und Vulkan. Als wäre es das Normalste der Welt. Als hätten sich all die kleinen Grafikgoblins, Shaderdämonen und Treiber-Orks friedlich zusammengesetzt, einen Tee getrunken und beschlossen: „Heute mal keine Sabotage.“ Keine Grafikfehler, keine mystischen Kernel-Warnings, kein „Warum zur Hölle bleibt der Bildschirm schwarz?“ – einfach nur Start, Shader laden, zocken. Es fühlt sich fast… unheimlich an. Fast so, als würde mein Kubuntu-Linux-System sagen: „Chill. Ich hab das im Griff.“
Und da sitze ich nun. Mit einem Kaffee in der Hand, der Fabrik im Aufbau und dem Gefühl, gerade das Unmögliche geschafft zu haben.
Ich? Glücklich.
Meine CPU? Entspannt.
Meine GPU? Pustet hörbar :-).

CPU-Stresstest:
Zuvor installiere ich mir das Widget „Thermal Monitor“, welches mir die Temperaturen der CPU und der GPU anzeigt. Dann:
sudo apt install stress
Start des Tests mit 16 Kernen und 5 Min. Laufzeit:
stress --cpu 16 --timeout 300
Nachtrag:
Leben mit Kubuntu (nicht LTS) – und ! ohne Windows
Seit ein paar Wochen ist Kubuntu (nicht die LTS-Version!) mein Daily Driver. Und überraschenderweise… ich lebe noch. Alle Tools, die ich früher unter Windows verwendet habe, konnte ich ersetzen – sei es durch native Linux-Alternativen oder durch das großartige Bottles, das mir bei ein paar hartnäckigen Fällen half, meine Komfortzone weiter zu virtualisieren.
Und Return to Moria? Läuft inzwischen wie geschmiert – als hätte Durin persönlich den Treiber gesegnet. Früher, unter USB3 mit einer SSD im Schlepptau, war das Erlebnis… sagen wir: etwas wackelig. Sobald meine epische Festung stand, fing das Bild an zu ruckeln, als würde das Spiel die Moria-Mauern noch live berechnen. Aber jetzt – NVMe direkt aufs Board geschraubt, volle Bandbreite, kein Flaschenhals mehr. Keine Ruckler, keine Zicken, nur flüssiger Zwergenspaß. Ich sag’s mal so: Wenn vorher der Stein ins Rollen kam, dann ist es jetzt eine gut geölte Lore mit Nitro.
Warum ich Fedora den Rücken kehrte (obwohl’s gut war)
Diese Aussagen treffen nicht mehr zu – siehe Ende des Abschnitts.
Tja. Fedora. Technisch gesehen: Spitzenklasse. Egal ob AMD oder NVIDIA – Fedora liebt sie alle gleich. Und sie lieben es zurück. Aber bei mir war’s wie bei Arch: Zu viele Updates. Zu oft. Und jedes Mal will das System danach rebooten.
Ich meine… ich verwende Linux doch nicht, um ständig wie bei Windows Neustart-Terror zu erleben.
Bei Kubuntu (und allgemein bei Ubuntu) ist das entspannter: Viele Updates? Ja.
Aber ein Reboot wird nur bei Kernel-Upgrades verlangt – und selbst das kann man mit kexec oder Live-Patching irgendwann umgehen, wenn man’s drauf anlegt. Fedora hingegen? “Oh, du hast Mesa aktualisiert? Neustart!” – “Hier ist ein neuer PipeWire-Codec. Neustart!” – “Hallo, DNF war langweilig. Neustart!”
Am Ende war genau dieser kleine Unterschied der Grund, warum Fedora für mich rausflog – trotz aller technischen Vorzüge.
Achtung! Das kann ich mittlerweile nicht mehr so stehen lassen. Ich habe Fedora auf meinem Laptop und auch dort gibt es nun die Möglichkeit, die Systemupdates zu automatisieren und bei Neustart zu installieren. Entweder ich habe das damals noch nicht realisiert oder es gab die Funktion einfach noch nicht.
Ich bin derzeit der Meinung, dass es völligegal ist – aus technischer Sicht – welches System man verwendet. Aber wenn wir schon über Firmenpolitik reden, dann könnte man sich doch mal überlegen, ob man wirklich beide Distributionen needs. Vielleicht sollte man ja den Weg zur Freiheit einschlagen und zu Opensuse oder Siduction wechseln. Bei diesen beiden Kids der Linux-Welt hat man nämlich nicht nur Updates auf Knopfdruck, sondern auch mehr Freiheit als im Open-Source-Mekka selbst.
Weiterer Nachtrag:
Und ich habe es wieder getan. Rein die Tatsache, dass eine 4070 Super mit Wayland und KDE auf Kubuntu nicht funktionieren soll, lässt mich einfach nicht in Ruhe. Also auf meinem fertig eingerichtetem System die Grafikkarten wieder getauscht und folgende Befehle ausgeführt:
Die Erkennung:
sudo ubuntu-drivers devices
Automatische Treiberinstallation:
sudo ubuntu-drivers autoinstall
Neustart:
sudo reboot
Überprüfung:
sudo nvidia-smi
Und nun verstehe einer folgendes:

Was habe ich getan? Nun, ich verwende Kubuntu 25.04. Was ist hierbei zu 24.04 anders?
- Aktuellerer Kernel 6.14 (6.8 in 24.04 LTS)
- KDE-Plasma 6.1.5 (5.27 in 24.04 LTS)
Ich hatte dementsprechend immer nur eine „alte“ Version verwendet, wo das Problem präsent war. Da Fedora IMMER den neuesten Kernel und IMMER die neueste Software verwendet, funktionierte das dort schon seit längerer Zeit.
Mittlerweile gab es das erste Update meiner Hardware. Und es war nicht die Grafikkarte 🙂 (Stand 06/2025):

Folgendes habe ich nicht benötigt:
Für den Fall, dass ich später eine tiefere Installation des Treibers wünsche, speziell um eine andere Treiberversion manuell zu installieren, verwende ich vorher folgendes:
sudo apt purge nvidia-*
sudo apt update
sudo apt autoremove
Nun könnte ich z.B. folgenden Treiber direkt installieren:
sudo ubuntu-drivers install nvidia:570
Oder ganz normal:
sudo ubuntu-drivers autoinstall
sudo reboot
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Soundprobleme
Ich habe mich mit den Einstellungen vertan und finde meine Ausgabegerät nicht wieder:
sudo mv /var/lib/alsa/asound.state /var/lib/alsa/asound.state.bak
reboot
Soundmixer hinzufügen:
flatpak install flathub com.github.wwmm.easyeffects
Effekte im Soundmixer hinzufügen (Bsp.):
- Equalizer
- Kompressor
- Filter