Debian-Gaming Einrichtung

Letzte Änderung: 17.05.2025

Diese Distribution hat’s endlich auch in die Endauswahl für meinen Daily Driver geschafft. Zuerst durfte sie vorsprechen – charmant, stabil, vielversprechend. Dann glänzte sie sogar kurz auf der großen Bühne. Aber schlussendlich hieß es doch eher: „Vielen Dank, wir melden uns.“ Der Grund? Na klar – NVIDIA. Mit einer NVIDIA-Grafikkarte ist das Ganze halt eher ein Bewerbungsgespräch mit Fußfessel. Hätte ich stattdessen eine AMD-Karte genutzt, wäre das am Anfang schon genau meine Distribution gewesen! Kein Hickhack mit Treibern, keine halbgaren Workarounds – einfach „läuft“. Nach dem ganzen Treiber-Drama hab ich dann Nägel mit Köpfen gemacht: Meine (quasi neuwertige!) RTX 4070 Super wird wohl zum Spottpreis über den Tisch gehen – mit vielleicht etwas Tränen in den Augen. Noch habe ich sie nur ausgetauscht und verpackt. Und jetzt werkelt wieder meine gute, alte AMD Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary im Gehäuse. Sie schnurrt, als wär’s 2019. Und: Ja, bei der nächsten Hardware-Runde wird’s ganz sicher wieder eine AMD-Grafikkarte. Aber funktioniert das alles auf Seduction? Anfangs ja, Wayland und KDE harmonieren SUPER, aber habe ich Grund zur Freude? LEIDER NEIN…

Siduction – fürs Gaming einfach nicht geeignet für mich!

Vorwort:

Es war eine lange, teils nervenaufreibende Reise – mit vielen Versuchen, viel Gefrickel und am Ende einer klaren Entscheidung: Meine NVIDIA RTX 4070 Super musste wieder gehen – jedenfalls fürs erste – aus dem PC. Denn eins ist klar: Linux und AMD-Grafikkarten passen zusammen wie der Hintern auf den Eimer – einfach rund. Wenn man seine Lieblingsdistribution nutzen will, es aber aus diversen Gründen nicht so richtig rundläuft, stehen einem zwei Wege offen. Entweder man passt die Distro an die Hardware an (und beißt in den sauren Apfel), oder – und das war mein Weg – man passt die Hardware an die Distro an. Ich habe zunächst Fedora mehrere Wochen als Daily Driver genutzt. Und ja, es lief. Es lief sogar richtig gut. Aber irgendwie fehlte mir immer dieses gewisse Etwas – dieser kleine Funke, der mich zwischendurch wieder zu Debian, genauer gesagt Siduction, zurückgebracht hat. Doch zum Glück habe ich die SSD mit Fedora21 noch da. Am Ende habe ich aufgegeben und gehe nach einigen Tagen wieder zu Dedora zurück. Am Ende des Blogs schreibe ich warum Seduction und ich keine Freunde geworden sind.

Dieser Guide hier ist nun komplett überarbeitet. Die Stolpersteine und Probleme, die ich mit NVIDIA hatte, habe ich aus dem Weg geräumt. Was bleibt, ist ein klarer, funktionierender Weg zu meiner ganz persönlichen Linux-Wohlfühloase. Soweit jedenfalls die Theorie – die Praxis denkt da anders.

Siduction – Frisch, scharf, rolling

Siduction basiert auf Debian Sid – der experimentellen Variante von Debian – und bringt dank Rolling-Release-Modell regelmäßig frische Updates direkt ins System. Keine Neuinstallation, kein Distro-Hopping bei jedem Major-Upgrade. Stattdessen einfach: sudo apt update && sudo apt full-upgrade , Kaffee holen, zurückkommen. Fertig.
Die Hoffnung: Mehr Aktualität = weniger Schmerzen mit neuer Hardware.
Die Realität? Nun, das wird sich zeigen. –> Irgendwas ist doch immer 🙂

Download: siduction.org/de

Für die Installation verwende ich Siduction mit KDE und setze Btrfs als Dateisystem ein.

Nach der Installation, im Terminal:

Da ich ohne ein Root-Passwort installiert habe, erweitere ich nun das sudo für meinen Benutzer knilix:

su
usermod -aG sudo knilix
visudo

Bei „user privelege specification“ füge ich nun eine Zeile hinzu (Kann auch am Ende der Datei eingefügt werden):

knilix ALL=(ALL:ALL) ALL

STG-x, y, Enter

exit

Anschließend:

sudo apt update && sudo apt full-upgrade -y

Beim ersten Mal dauert das etwas.

reboot

Ext. SSD fest einbinden:

Tipp: Ich arbeite hier mit 2 Terminal-Fenstern.

lsblk

Meine Platte heißt einfach nur sdd, da ich diese nicht unterteilt habe. Ansonsten würde ich sdd1 verwenden.

sudo blkid /dev/sdd

Als Ausgabe erhalte ich:

/dev/sdd: UUID="fc0208gd-2wbd-44af-95cc-hb72f2bf803c" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4"

Mountpoint erstellen:

sudo mkdir -p /mnt/extssd1
sudo nano /etc/fstab

Am Ende hinzufügen:

UUID=fc0208gd-2wbd-44af-95cc-hb72f2bf803c /mnt/extssd1 ext4 defaults,nofail 0 0

STRG-x, y, Enter

sudo mount -a
systemctl daemon-reload

Steam installieren – NATIV:

Steam herunterladen und mit Discover installieren – fertig.

Dowload: https://store.steampowered.com/about/


Steam – ganz nach dem Motto „Standard? Ja, aber bitte mit Bugsauce!“

Steam als Flatpak direkt auf mein KDE zugeschnitten – als Alternative ggf. auch eine Möglichkeit:

sudo apt install plasma-discover-backend-flatpak
flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak install flathub com.valvesoftware.Steam

Folgendes erledigte ich im Steam noch zusätzlich:

  • Steam
    • Einstellungen
      • Speicherplatz –> ext. SSD angeben
      • Kompatibilität –>
        • Steam Play für andere Titel aktivieren auf ON
        • Andere Titel ausführen mit Proton Hotfix (kann für einzelne Spiele separat geändert werden)

Druckertreiber:

http://download.ebz.epson.net/dsc/search/01/search/searchModule

  • Treiber mit Dicover installieren. Dann Drucker hinzufügen:
  • +Add…
  • AppSocket – > socket://192.168.50.5
  • continue with Adress
  • Epson, Epson XP-3100 Series
  • Speichern
  • Hinzufügen

Optional – Script-Install (Flatpaks):

Software-Setup per Skript – weil’s einfach effizienter ist. Mit einem selbstgeschriebenen Skript installiere ich im Handumdrehen die für mich wichtigsten Anwendungen: Discord, GIMP, AbiWord, Blender, Lutris, Kdenlive, OBS Studio, MusicPod, BlueRecorder, Flameshot, Bottles, ProtonPlus, BoxBuddy, Clapgrep, Filelight, Flatseal, Gearlever, PhotoLibre, Protontricks, Warehouse und WineZGUI. Das Skript prüft dabei automatisch, ob die Programme bereits auf andere Weise installiert sind – zum Beispiel nativ oder als Snap – und überspringt sie dann elegant, anstatt sie doppelt draufzupacken. Effizient, sauber – und ganz ohne Klickorgien – jedenfalls meistens. Der Check funktioniert leider nicht immer. Ich muss das Script nochmal anpassen.

Das Script kann man hier einsehen:

https://github.com/knilix/testarea/blob/main/flatpak-installs.sh

Dieses Script ist geeignet für: Debian, Ubuntu, Arch, Fedora, Gentoo, FreeBSD, Alpine, CachyOS, Bazzite, Nitrux.

sudo apt install wget unzip -y
sudo su

Folgende Befehle verwenden:

wget -q -P /opt/ https://github.com/knilix/testarea/archive/refs/heads/main.zip && unzip /opt/main.zip -d /opt/scriptfiles && chmod 700 /opt/scriptfiles/testarea-main/flatpak-installs.sh
cd && cd /opt/scriptfiles/testarea-main && ./flatpak-installs.sh
exit

Jetzt nur noch Discord und ein paar Kleinigkeiten einrichten, die mir wichtig erscheinen – und dann bin ich so gut wie fertig. Der Rest ist Feinschliff… und endlich wieder einfach nur benutzen statt basteln.

Warum nun das noch separat benötigt wird, ist wohl auch so ein Debian-Geheimnis. Überall funktioniert das ohne weiteres Zutun (eigenen Pfad verwenden):

flatpak override --user --filesystem=/mnt/extssd1/SteamLibrary com.github.Matoking.protontricks

Erster Snapshot:

Ich öffne Snapper-Gui, gehe auf root und anschließend auf New, Create Snapshot. Description: MY SYSTEM READY

Und das Beste daran?

Kein Treiber-Flickflack, fast kein Gefrickel, keine kryptischen Forenkommandos. System installiert, Updates eingespielt – und es läuft einfach. Sensationell. Punkt.

Punkt wieder weg – was ist passiert?

Alles lief augenscheinlich rund. Das System ist schnell, keine Zicken, keine Macken, bis ich dann doch den Versuch wagte, Satisfactory in Steam zu starten. Die Katastrophe war perfekt. Es funktionierte kein DX12 – es funktionierte kein Vulkan, nur DX11 lies sich überreden die Spiele zu starten.

Das DX12 nicht funktioniert – damit könnte ich noch klar kommen. Das Vulkan nicht funktioniert – Sorry – NO GO!

Also legte ich nach einigen Tagen meine bis Dato Lieblingsdistro „Siduction“ in die Tonne.

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